Deine Anwaltskosten berechnen – So weißt Du, was auf Dich zukommt!

Das Wichtigste in Kürze
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Die Kosten hängen von zwei Dingen ab: Um was Du Dich streitest, und wie arbeitsintensiv der Fall für den Anwalt ist.
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Die Anwaltskosten werden anhand des “Streitwerts” berechnet. Das bedeutet: Um wie viel Geld Du Dich streitest. Wenn es keine konkrete Geldsumme gibt, wird ein Streitwert festgelegt.
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Vor Arbeitsgerichten wird zum Beispiel oft über Kündigungen gestritten. Hier gibt es keine konkrete Geldsumme, es gibt aber trotzdem einen Streitwert. Der wird an Deinem Gehalt festgemacht – je mehr Du verdienst, desto teurer wird es.
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Wenn Du den Prozess verlierst, wird es noch teurer. Dann musst Du nicht nur Deinen eigenen Anwalt, sondern auch die Gerichtskosten bezahlen
In diesem Ratgeber
1
Welche Anwaltskosten kommen auf mich zu?
2
Was ist der “Streitwert”?
3
Wie berechne ich meine Anwaltskosten mit einem Gebührenrechner?
4
Ein Beispiel mit Zahlen!
5
Sind gute Anwälte automatisch teurer?
6
Wer muss die Anwaltskosten zahlen?
7
Deckt meine Rechtsschutzversicherung die Kosten für meinen Anwalt?
8
Was mache ich, wenn ich kein Geld für einen Anwalt habe?
Jeder weiß, dass Anwälte nicht billig sind. Trotzdem musst Du nicht immer direkt ein Vermögen hinblättern. Wie viel Dein Anwalt Dich kostet, hängt von Deinem Fall ab. Wir zeigen Dir, wie Du die Anwaltskosten berechnest.
1.
Welche Anwaltskosten kommen auf mich zu?
Anwaltskosten können stark variieren. Gesetzlich ist festgelegt, wie viel ein Anwalt mindestens berechnen muss. Die Kosten können auch viel höher liegen – einige Anwälte haben sehr hohe Stundenlöhne. Aber fangen wir beim Gesetz an.
Wie viel Du beim Anwalt ausgibst, hängt von Deinem Fall ab! Einerseits hängen die Kosten davon ab, was genau Dein Problem ist. Entscheidend ist dabei die Summe, um die Du Dich streitest. Das nennt man den Streitwert. Von diesem Wert hängt ab, wie tief Du für Deinen Anwalt in die Tasche greifen musst. Dazu gleich mehr!
Andererseits zählt, wie viel Arbeit mit Deinem Anliegen verbunden ist: Willst Du eine einmalige Beratung zu einem Problem mit Deinem Chef? Soll der Anwalt für Dich einen Brief schreiben? Oder soll er sogar vor Gericht ziehen und eine Klage für Dich durchboxen?
Du musst jeweils Gebühren dafür zahlen, dass Dein Anwalt…
- ein Schreiben verfasst
- Klage erhebt
- vor Gericht erscheint
- ein Urteil oder Vergleich erstreitet
- den Prozess führt
- den Prozess gewinnt
Übrigens
Sobald es vor Gericht geht, können noch “Gerichtskosten” anfallen. Sie gehen direkt ans Gericht, nicht an Deinen Anwalt. Diese Kosten sind geringer als die Anwaltskosten und werden normalerweise vom Verlierer bezahlt.
2.
Was ist der “Streitwert”?
Der Streitwert ist der Betrag, der in Deinem Fall auf dem Spiel steht. Es kann sein, dass es eine konkrete Summe gibt: Zum Beispiel, wenn Dir jemand Geld schuldet. Dann ist der Streitwert so hoch wie die Summe, die man Dir schuldet! Es gibt aber viele Fälle, in denen es komplizierter ist. Zum Beispiel, wenn Du gegen eine Kündigung klagst. Da gibt es keinen festen Betrag, um den man sich streitet. Daher werden hier andere Werte festgelegt. Bei einer Kündigungsschutzklage ist der Streitwert immer mindestens dreimal so hoch wie Dein Bruttomonatsgehalt.
Darum streitest Du | Streitwert |
---|---|
Kündigung | 3 Bruttomonatsgehälter |
Scheidung | 3 Netto-Monatsgehälter (mind. 2000 Euro) |
Mieterhöhung | Jahresbetrag der geforderten Erhöhung |
Hinweis
Der Streitwert ist die Basis, um Deine Anwaltskosten zu berechnen. Es ist nicht der Preis, der am Ende auf Dich zukommt.
3.
Wie berechne ich meine Anwaltskosten mit einem Gebührenrechner?
Um die Anwaltskosten zu berechnen, gehst Du so vor:
- Du musst den Streitwert kennen.
- Den Streitwert gibst Du in einen Gebührenrechner ein.
Wir empfehlen Dir diesen Gebührenrechner vom Anwaltsverein. Dort berechnest Du die Gebühren, die Dein Anwalt für seine Arbeit mindestens verlangen muss. Manche Anwälte verlangen auch mehr.
Viele Anwälte verlangen mehr Geld für ihre Arbeit als im RVG festgelegt. Besonders teure Anwälte arbeiten für einen Stundenlohn von bis zu 400 Euro. Nach oben hin gibt es theoretisch kein Limit.
-
Du trägst im Gebührenrechner ein, welche Schritte der Anwalt unternimmt
Er berät Dich, er schreibt Anwaltsbriefe und er erscheint für Dich vor Gericht. Jede erledigte Aufgabe stellt er Dir später in Rechnung. Für jede Tätigkeit gibt es eine Grundgebühr, die Du in der RVG findest.- Setze ein Häkchen bei “außergerichtliche Vertretung”, wenn Dein Anwalt bereits vorgerichtlich mit der Gegenseite verhandelt.
- Setze ein Häkchen bei “Gerichtliche Vertretung”, wenn es vors Gericht geht.
- Die Häkchen bei “2.” und “3. Instanz” solltest Du nur anklicken, wenn es in Berufung geht. Also, wenn das Gericht ein Urteil ausspricht, und dem dann widersprochen wird. Das passiert nicht so oft. Ansonsten deaktiviere diese Felder.
- Wurde der Konflikt gelöst? Setze unter “Außergerichtliche Kosten” oder “Prozesskosten” einen Haken bei “Einigungsgebühr” – je nachdem, ob sich außergerichtlich oder vor Gericht geeinigt wurde.
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Ergebnis ablesen!
In der Spalte “Kostenübersicht” kannst Du jetzt die Kosten für Deinen Anwalt ablesen.
Hinweis
Dein Anwalt ist nicht verpflichtet, Dich zu Beginn über die genauen Kosten aufzuklären. Er muss Dir nur die Berechnungsgrundlage nennen: genau abgerechnet wird am Ende. Wir empfehlen: Besteh auf eine schriftliche Kostenaufstellung. So drohen Dir am Ende keine bösen Überraschungen.
4.
Ein Beispiel mit Zahlen!
Dafür gucken wir uns die Fälle von Ben und Christian an. Beide klagen gegen eine Kündigung, die Klage dauert jeweils gleich lang und ist gleich aufwendig. Ben verdient 538 Euro im Monat und zahlt am Ende 867 Euro Anwaltskosten. Christian verdient monatlich 3200 Euro, auf ihn warten Anwaltskosten in Höhe von 3079 Euro. Wie genau die Rechnung funktioniert, schlüsseln wir Dir auf:
Ben und Christian klagen beide gegen eine Kündigung. Der Streitwert ist also von ihrem monatlichen Einkommen abhängig. Bei ihren Kündigungsschutzklage ist der Streitwert drei Bruttomonatsgehälter.
Ben verdient im Monat 538 Euro brutto. Also geht es bei ihm um einen Streitwert von 1.614 Euro. Christian bekommt monatlich 3.200 Euro brutto. Sein Streitwert liegt daher bei 9.600 Euro.
Die Anwälte von Ben und Christian werden erstmal außergerichtlich tätig – sie versuchen, ohne Klage mit dem Arbeitgeber zu verhandeln, um eine Lösung zu finden. Da dieser Versuch scheitert, reichen sie Klage ein. Mit Erfolg! Ben und Christian kriegen beide ihren Job zurück. Für ihre Anwaltskosten bedeutet das folgendes:
Ben Minijob (538 Euro/Monat) | Christian Vollzeitstelle (3.200 Euro/Monat) | ||
Streitwert | 1.614 | 6.600 | |
---|---|---|---|
Außergerichtlich | Geschäftsgebühr | 215,8 | 798,2 |
Auslagenpauschale | 20 | 20 | |
MwSt 19% | 44,8 | 155,46 | |
Gerichtlich | Verfahrensgebühr | 215,8 | 798,2 |
Anrechnung Außergerichtlich | -107,9 | -399,1 | |
Terminsgebühr | 199,2 | 736,8 | |
Auslagenpauschale | 20 | 20 | |
Einigungsgebühr | 166 | 614 | |
MwSt 19% | 62,15 | 336,28 | |
Eigene Anwaltskosten (zahlt jeder selbst) | 867,39 | 3.079,84 | |
Gerichtskosten (zahlt der Verlierer) | 98 | 266 |
Ob Du eine Klage gewinnst oder verlierst, im Arbeitsrecht musst Du am Ende immer Geld locker machen. Das schreckt viele vor einer Klage ab. Und das ist kein Wunder: In unserem Beispiel verdient Ben gerade einmal 538 Euro monatlich. Seine Anwaltskosten belaufen sich aber auf 867,39 Euro. Wir haben uns eine Lösung dafür überlegt. Bei uns zahlst Du nur, wenn wir vor Gericht gewinnen. Das bedeutet: Du kannst Dich von einem Top-Anwalt vertreten lassen – ohne finanzielles Risiko! Denn wenn wir verlieren, zahlst Du nichts. Das klingt interessant? Dann melde Dich hier für eine kostenfreie Beratung durch einen unserer Partneranwälte an.
5.
Sind gute Anwälte automatisch teurer?
Die Preise für Anwälte können absurd sein. Bei einigen prominenten Kanzleien musst Du tief in die Tasche greifen. Das spiegelt meistens nicht die bessere Leistung der Anwälte wieder. Oft geht es eher um Status: Die, die können, brüsten sich mit dem “teuren Staranwalt”. Das ist nicht notwendig!
Wir haben ein besonderes Konzept fürs Arbeitsrecht entwickelt. Unsere Anwälte haben schon tausende arbeitsrechtliche Verfahren erfolgreich abgeschlossen. Sie verhandeln täglich überdurchschnittliche Abfindungen mit großen und kleinen Betrieben – in ganz Deutschland.
Das Beste daran: Du zahlst nur, wenn Du gewinnst. So gehst Du trotz Klage kein Risiko ein. Wenn Du mehr darüber wissen willst, wie cleverklagen funktioniert, kannst Du unsere Website besuchen. Mach den Selbst-Check für Deinen Fall und sprich persönlich mit einem unserer Anwälte. Das telefonische Beratungsgespräch ist bei uns kostenfrei.
6.
Wer muss die Anwaltskosten zahlen?
In den meisten Fällen muss der Verlierer die Anwälte beider Seiten zahlen. Das ist aber nicht immer so. Es kommt darauf an, in welchem “Rechtsgebiet” der Anwalt tätig ist. Beim Arbeitsrecht muss jeder seine Kosten selbst tragen - egal ob er gewinnt oder verliert!
Was sind die “Rechtsgebiete”?
Es gibt das Strafrecht (zum Beispiel bei Gewalt), das Familienrecht (zum Beispiel bei einer Scheidung), das Arbeitsrecht (zum Beispiel, wenn der Chef das Gehalt nicht zahlt), und viele mehr.
7.
Deckt meine Rechtsschutzversicherung die Kosten für meinen Anwalt?
Ja, die Rechtsschutzversicherung übernimmt grundsätzlich die Kosten für Deinen Anwalt. Allerdings nur unter diesen Bedingungen:
-
Du hast die Versicherung für den Rechtsbereich Arbeitsrecht abgeschlossen
Rechtsschutzversicherungen funktionieren nach einem Baukastenprinzip, sodass Du Dir Deinen Rechtsschutz frei zusammenstellen kannst. Brauchst Du den Anwalt wegen eines Problems mit Deinem Arbeitgeber, muss Deine Versicherung auch Arbeitsrecht abdecken. -
Du bist schon lang genug bei der Versicherung versichert
Eine “Wartezeit” gibt es immer bei Rechtsschutzversicherungen. Sie beschreibt die Zeit, die Du schon versichert sein musst, bevor Du von der Versicherung Gebrauch machst. Drei Monate Wartezeit sind bei vielen Versicherungen üblich. Sie kann aber auch länger oder kürzer sein. Die Wartezeit soll verhindern, dass Leute “schnell noch” eine Versicherung abschließen, wenn bei Ihnen schon ein Versicherungsfall vorliegt!
8.
Was mache ich, wenn ich kein Geld für einen Anwalt habe?
Wie Du siehst, haben die Kosten für Deinen Anwalt viel mit Deinem konkreten Fall zu tun. Ein Anwalt muss zwar nicht gleich ein Vermögen kosten. Aber insbesondere im Arbeitsrecht bleibst Du immer auf Deinen Anwaltskosten sitzen. Die können sich nicht alle leisten.
Wir finden aber, dass jeder professionelle Hilfe verdient hat, wenn es Ärger mit dem Chef gibt. Bei uns bleibst Du nicht auf Anwalts- und Gerichtskosten sitzen. Außerdem kostet Dich unser telefonisches Beratungsgespräch nichts. Melde Dich einfach hier an, um einen Termin für Dein Erstgespräch zu vereinbaren.
Fazit
Anwaltskosten hängen maßgeblich vom Streitwert und der Komplexität Deines Falls ab. Im Arbeitsrecht trägt jede Partei ihre eigenen Kosten, unabhängig vom Ausgang des Verfahrens. Das kann teuer werden, doch wir bieten eine Lösung: Bei cleverklagen zahlst Du nur, wenn wir gewinnen – ohne finanzielles Risiko. Mit kostenfreier Erstberatung und erfahrenen Arbeitsrechtsanwälten stehen wir Dir zur Seite, damit Du Deine Rechte durchsetzen kannst. Lass uns gemeinsam Deinen Fall prüfen! Melde Dich einfach hier an, um einen Termin für Dein Erstgespräch zu vereinbaren
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