Abfindung bei Kündigung - so bekommst Du, was Dir zusteht! | cleverklagen
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Kündigung - Abfindung

Abfindung bei Kündigung - so bekommst Du, was Dir zusteht!

Die Kündigung flattert ins Haus und auf einmal steht die Welt Kopf: Sorgen um Deinen Lebensunterhalt und Deine weitere berufliche Laufbahn sind sehr belastend. Da kann es tröstlich sein, wenn wenigstens eine faire Abfindung gezahlt wird!


Leider gibt es entgegen der weit verbreiteten Annahme keinen Anspruch auf eine Abfindung. Wie Du trotzdem geschickt an eine hohe Abfindung kommst und wie wir Dir dabei helfen können, erfährst Du im folgenden Artikel.

1.

Habe ich gute Chancen auf eine Abfindung?

Eine Abfindung ist ein Geldbetrag, den Dir Dein Chef für den Verlust Deines Arbeitsplatzes zahlt. Das Geld macht es leichter, einen Jobverlust hinzunehmen. Deswegen ist es sinnvoll, für eine Abfindung zu kämpfen. Ob Du eine Abfindung bekommst, hängt von verschiedenen Umständen ab.

Wann habe ich gute Chancen auf eine Abfindung?

Einen gesetzlichen Anspruch auf eine Abfindung gibt es leider nicht. Die Abfindung ist Verhandlungssache. Wenn Du eine Kündigung bekommen hast, bist Du als Arbeitnehmer aber meist in einer guten Verhandlungsposition. Denn Du kannst Dich vor Gericht gegen die Kündigung wehren. Und das wollen Arbeitgeber meistens nicht. Mit der Zahlung einer Abfindung will Dein Arbeitgeber die Nachteile und Kosten vermeiden, die durch einen Rechtsstreit entstehen können.


Je höher die Wahrscheinlichkeit ist, dass Du Dich erfolgreich gegen die Kündigung wehren kannst, desto besser ist Deine Verhandlungsposition. In den folgenden Fällen hast Du also gute Chancen auf eine Abfindung:

Wenn Du sechs Monate oder länger in einem Unternehmen arbeitest, das mehr als zehn Vollzeitmitarbeiter hat

In diesem Fall gilt der allgemeine Kündigungsschutz (Kündigungsschutzgesetz). Das bedeutet, Dein Chef darf nicht “einfach so” kündigen, sondern er braucht dafür einen sachlichen Grund. Welche Gründe das sind, erfährst Du hier. Die Voraussetzungen sind dabei recht streng. Du hast also gute Chancen, Dich gegen eine Kündigung erfolgreich vor Gericht zu wehren. Dein Chef wiederum hat damit einen recht hohen Anreiz, sich von einem solchen Rechtsstreit freizukaufen, indem er Dir eine Abfindung zahlt.

Wenn Du besonderen Kündigungsschutz hast

Wenn Du besonderen Kündigungsschutz genießt, wird es für Deinen Arbeitgeber noch schwerer, die Kündigung zu verteidigen. Das stärkt Deine Verhandlungsposition und kann Dir zu einer besonders hohen Abfindung verhelfen. Besonderen Kündigungsschutz hast Du zum Beispiel, wenn Du schwanger bist, eine Schwerbehinderung hast oder Betriebsratsmitglied bist.

Wenn die Kündigung formale Fehler enthält

Vor Gericht wird zum Beispiel geprüft, ob die Kündigung formale Fehler enthält. Wenn Fehler gefunden werden, hast Du gute Chancen, die Kündigung anzugreifen. Und es gibt viele formale Regeln! Da ist schon so manchem Arbeitgeber ein fataler Fehler unterlaufen, der eine saftige Abfindung beschert.

Wenn der Gerichtsprozess lange dauert

Es spielt auch eine Rolle, wie lange der Prozess (Deine Klage gegen die Kündigung) dauert. Denn je länger sich das Verfahren zieht, desto größer wird der mögliche finanzielle Schaden für Deinen Chef. Und das stärkt Deine Verhandlungsposition.


Beispiel:

Du wirst gekündigt und klagst anschließend. Dann zieht sich der Rechtsstreit über Deine Kündigung zehn Monate! Erst bittet dein Chef wegen Chaos im Betrieb um Verlängerung, dann erkrankt der Richter. Nach langem Warten und Bangen gewinnst Du schlussendlich den Prozess: Die Kündigung wird für unwirksam erklärt. Jetzt muss Dein Chef Dir Dein Gehalt für zehn Monate nachzahlen. Außerdem muss er seine Anwaltskosten tragen. Und für ihn fast am schlimmsten: Er muss Dich weiter beschäftigen, obwohl er Dich eigentlich loswerden wollte. Dabei ist es ein offenes Geheimnis, dass Deine Motivation nach so einem Rechtsstreit im Keller ist.


Ganz anschaulich mit Zahlen: Würdest du 4.000 Euro im Monat verdienen, so müsste Dir dein Chef in diesem Fall 40.000 Euro Lohn nachzahlen, und seinem Anwalt circa 2.500 Euro überweisen. Insgesamt über 42.500 Euro! Da ist es verständlicherweise verlockend für ihn, die Sache schnell und geräuschlos durch die Zahlung einer Abfindung zu beenden.

Wann habe ich eher schlechte Chancen auf eine Abfindung?

Umgekehrt gibt es leider auch Fälle, in denen Deine Verhandlungsposition als Arbeitgeber nicht so gut ist. Dann sind die Chancen auf eine hohe abfindung nicht so hoch:

Wenn Du weniger als sechs Monate im Unternehmen arbeitest

Wenn Du erst sechs Monate oder weniger in dem Unternehmen arbeitest, darf Dein Chef Dir ohne Angabe von Gründen kündigen. Kündigungsschutz gibt es während dieser Zeit also nicht. In diesem Fall hast Du schlechte Aussichten, eine Abfindung zu bekommen. Denn dann hast Du kaum Möglichkeiten, erfolgreich gegen die Kündigung zu klagen. Dein Chef hat daher auch keinen Anlass, sich von einem Rechtsstreit gegen die Kündigung “freizukaufen”.

Wenn Du in einem Kleinbetrieb arbeitest (10 oder weniger Mitarbeiter)

Wenn Du in einem Unternehmen arbeitest, das nur zehn oder weniger Mitarbeiter in Vollzeit beschäftigt, hast Du ebenfalls keinen Kündigungsschutz. Auch dann kannst Du gegen die Kündigung meist nur wenig tun. Und Dein Chef hat in der Regel auch keinen Anlass, Dir eine Abfindung zu zahlen.

Wenn Du über längere Zeit krank bist

Du verursachst in diesem Fall keine Kosten mehr für Deinen Arbeitgeber. Das Krankengeld zahlt Deine Krankenversicherung. So kann Dein Chef Dich vorerst ohne Verluste weiter beschäftigen und hat keinen Grund, sich mit einer Abfindung “freizukaufen”.

Wie Du siehst, gibt es viele Umstände, die sich auf Deine Chancen auf eine Abfindung auswirken können. Überlass es daher am besten Profis, um auf Augenhöhe mit Deinem Arbeitgeber zu verhandeln. Unsere Partneranwälte helfen Dir gern dabei. Vereinbare einfach hier eine kostenlose Telefonberatung.

2.

Wie hoch wird meine Abfindung?

Die Höhe der Abfindung ist Verhandlungssache. Es gibt aber eine Formel, die Gerichte und Anwälte gerne benutzen, wenn es um die Berechnung von Abfindungen geht. Auch Du kannst diese Formel für eine erste Orientierung verwenden. Bitte beachte, dass die Formel nicht bindend ist, und daher nur eine grobe Einschätzung bieten kann.


monatliches Bruttogehalt x Betriebszugehörigkeit x weitere Umstände

monatliches Bruttogehalt

Hier zählt Dein Bruttomonatsgehalt. Verdienst Du beispielsweise 2.000,00 Euro monatlich, rechnest Du hier mit “2000”.

Betriebszugehörigkeit

Hier geht es um Deine Betriebszugehörigkeit in Jahren. Hast Du beispielsweise acht Jahre in einem Unternehmen gearbeitet, rechnest Du hier mit einer “8”.

weitere Umstände

Dies ist der Faktor, der am schwierigsten zu bestimmen ist. Hier werden verschiedene Umstände berücksichtigt, die mit dem Verlust Deines Arbeitsplatzes zusammenhängen. Neben der Frage, ob die Kündigung des Arbeitgebers vor Gericht standhalten würde, geht es auch um Deine persönliche Situation: Dein Alter, Deine familiäre Situation oder Deine Chancen, eine gleichwertige Stelle auf dem Arbeitsmarkt zu finden. Je mehr Umstände für Dich sprechen, desto höher wird dieser Faktor sein. In "durchschnittlichen" Fällen wird ein Faktor von 0,5 gewählt. In diesen Fällen spricht man auch von einer "Regelabfindung".


In dem Beispielsfall sähe das Ganze dann folgendermaßen aus:


2.100 (Gehalt) x 8 (Jahre Betriebszugehörigkeit) x 0,5 (normale Situation) = 8.400,00 EUR Abfindung.

Du findest das etwas kompliziert? Das ist nur verständlich! Daher haben wir einen Abfindungsrechner für Dich entwickelt, der Dir ausrechnet, wie hoch Deine Abfindung werden kann.

3.

Selbst kündigen : Kann ich eine Abfindung bekommen?

Wenn Du selbst kündigst, sind Deine Chancen auf eine Abfindung normalerweise leider eher gering. Es gibt aber Ausnahmen, in denen Du trotzdem auf eine Abfindung hoffen kannst.


Wir haben Dir dafür einen Extra-Artikel geschrieben: “Job selber kündigen - so geht’s ohne Probleme”.

Wie kann ein Anwalt Dir helfen, die größtmögliche Abfindung zu verhandeln?

Es gibt viele Tricks und Kniffe, um eine höchstmögliche Abfindung zu verhandeln! Gleichzeitig gibt es aber auch Fallen, in die man tappen kann. Mit einem erfahrenen Partner an Deiner Seite kann Dir das nicht passieren.


Unsere Partneranwälte nehmen sich Zeit, um Deine Situation genau einzuschätzen und die Chancen und Risiken einer Klage gemeinsam durchzugehen. Meld Dich hier für ein kostenloses Erstgespräch. So kannst Du Deinem Arbeitgeber auf Augenhöhe begegnen, und das Beste für Dich rausholen!

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