Job selber kündigen - so geht’s ohne Probleme

Das Wichtigste in Kürze
- Du musst Deine Kündigung ausdrucken und per Hand unterschreiben. Eine Kündigung per SMS, Whatsapp, Anruf oder eine mündliche Kündigung ist nicht erlaubt!
- Du musst Deine Kündigungsfrist einhalten.
- Kündigst Du selbst, hast Du das Risiko, eine Sperrfrist vom Arbeitsamt zu bekommen.
- Eine Abfindung bekommst Du bei einer Eigenkündigung normalerweise nicht. Nur, wenn Dein Chef einen schweren Vertragsbruch begeht.
In diesem Ratgeber
1
Gute Gründe für eine Eigenkündigung? Die Checkliste!
2
Diese Fragen solltest Du Dir stellen, bevor Du kündigst!
3
Wie schreibst Du die Kündigung?
4
Ist eine Abfindung bei Eigenkündigung drin?
5
ALG I bekommen - trotz Eigenkündigung?
Keine Lust mehr auf Deinen Job? Du willst mehr Gehalt? Du wechselst Deinen Wohnort? Es kann passieren, dass der bisherige Job nicht mehr in Dein Leben passt. Dann macht es für Dich Sinn, zu kündigen!
Wir erklären Dir alles, was Du wissen musst. Damit Du keine Nachteile durch Deine Kündigung hast und bestens auf diese Entscheidung vorbereitet bist!
1.
Gute Gründe für eine Eigenkündigung? Die Checkliste!
Egal ob Dein Chef nervt, oder sich die Überstunden schon wieder anhäufen - läuft es mal nicht so gut im Job, kommt der Gedanke an eine Kündigung gerne mal auf. Wichtig ist, erstmal nichts zu überstürzen. Denn so spontan wie dieses Gefühl kommt, kann es auch wieder verschwinden.
Was ist aber, wenn Du dauerhaft unglücklich mit Deinem Job bist und keine Besserung in Sicht ist? Es gibt gute Gründe, Dein Arbeitsverhältnis zu beenden. Und zwar auch dann, wenn Du noch keinen neuen Job in Aussicht hast:
Dein Job macht Dich krank?
Wenn der Job an Deine Gesundheit geht - körperlich oder seelisch - solltest Du sofort handeln! Auch wenn Du noch keinen neuen Job in Aussicht hast - Deine Gesundheit hat Vorrang. Wir haben zu diesem wichtigen Thema einen eigenen Artikel geschrieben: selbst kündigen wegen Krankheit.
Dein Job macht Dich unglücklich?
Deine Kollegen oder Dein Chef mobben Dich und machen jeden Arbeitstag zur Qual. Dein Stresslevel geht durch die Decke, weil man Dich bewusst unter immensen Druck setzt ? Auch in diesem Fall solltest Du über eine Kündigung nachdenken.
Du wirst ausgenutzt?
Auf der Arbeit gibst Du mehr als Du zurückbekommst. Unbezahlte Überstunden nimmst Du auf Dich ohne eine Beschwerde. Du denkst Dir, dass es sich lohnen wird. Die erhoffte Beförderung kommt aber nie. Es kann sehr gut sein, dass Dein Chef in Dir das Potential einer Arbeitskraft sieht, die er unterbezahlt mit Arbeit beladen kann. In diesem Fall solltest Du Dich nach einem neuen Arbeitgeber umschauen!
2.
Diese Fragen solltest Du Dir stellen, bevor Du kündigst!
Ein Jobwechsel kann eine aufregende, aber auch herausfordernde Erfahrung sein. Bevor Du die Kündigung einreichst, solltest Du Dir einige wichtige Fragen stellen. So kannst Du sicherstellen, dass Du die richtige Entscheidung triffst.
Wie schwer fällt es Dir, Dein Arbeitsumfeld aufzugeben?
Mit einem neuen Job geht auch ein neues Arbeitsumfeld einher. Du musst Dich an neue Kollegen, Aufgaben und möglicherweise längere Anfahrtswege gewöhnen.
Was müsste sich ändern, damit Du bleibst?
Bevor Du den Job wechselst, solltest Du überprüfen, ob es innerhalb Deines jetzigen Unternehmens Wechseloptionen gibt. Vielleicht entsprechen die Deinen Wünschen und Bedürfnissen besser.
Hast Du bei Deinem aktuellen Arbeitgeber alles ausprobiert?
Hast Du Deinen Vorgesetzten schon einmal auf Deine Wünsche angesprochen? Es lohnt sich, das Gespräch zu suchen! Eine Kündigung ist ein endgültiger Abschied. Also solltest Du sicherstellen, dass Du alle Möglichkeiten innerhalb Deines jetzigen Unternehmens ausgeschöpft hast. Fragen kostet nichts!
Was kommt danach?
Bevor Du kündigst, solltest Du planen, wie es nach der Kündigung weitergehen soll. Möchtest Du in einer ähnlichen Branche bleiben oder eine neue ausprobieren? Stelle Dich darauf ein, viele Bewerbungen zu schreiben und Vorstellungsgespräche zu führen. Es kann dauern, bis Du den richtigen Job findest.
Kannst Du es finanziell durchstehen?
Eine Kündigung ohne neuen Job kann ein finanzielles Risiko sein. Denn Dir droht eine Sperre beim Arbeitslosengeld. Überlege Dir, ob Du genügend Rücklagen hast, um diesen Zeitraum zu überbrücken. Eine Alternative ist, dass Du Deinen Arbeitgeber um eine Kündigung bittest. Damit kannst Du die Sperre umgehen.
3.
Wie schreibst Du die Kündigung?
Du hast Dich entschieden? Jetzt musst Du nur noch die Kündigung schreiben. Genau wie Dein Chef, musst auch Du Dich an bestimmte Regeln und Fristen halten.
Die Kündigung muss ausgedruckt und unterschrieben sein!
Per E-Mail, SMS, Fax, Whatsapp oder nur mündlich ist keine gültige Kündigung. Wie Du eine Kündigung schreibst, kannst Du in unserem Schritt-für-Schritt-Leitfaden nachlesen.
Du musst die Kündigungsfrist einhalten!
Sieh zuerst in Deinem Arbeitsvertrag nach. Die Kündigungsfrist beginnt ab dem Zugang der Kündigung, nicht ab dem Datum, dass Du auf die Kündigung schreibst!
Hier findest Du einen Artikel zu den Kündigungsfristen.
4.
Ist eine Abfindung bei Eigenkündigung drin?
Leider gibt es keinen gesetzlichen Anspruch auf eine Abfindung. Wenn Du selbst kündigst, hast Du keinen Hebel oder Druckmittel, um eine Abfindung zu verhandeln.
Trotzdem gibt es Fälle, bei denen Du eine Chance hast, trotz Eigenkündigung eine Abfindung zu kassieren:
Du hast einen wichtigen Grund für Deine Kündigung
Es gibt Fälle, in denen es für Dich nicht zumutbar ist, in Deinem Job weiterzuarbeiten. Dann kannst Du eine fristlose Kündigung aussprechen. Trägt Dein Arbeitgeber die Schuld an der Situation, steht Dir eine Abfindung als Schadensersatz zu.
Dafür brauchst Du allerdings einen wirklich wichtigen Grund: beispielsweise Mobbing oder sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz. Auch wenn Dein Chef Dein Gehalt nicht zahlt, kann eine fristlose Kündigung berechtigt sein. Wir haben Dir eine Liste mit Gründen für eine fristlose Kündigung zusammengestellt.
Wichtig: Du musst die Gründe beweisen. Ansonsten wird es schwierig, eine Abfindung zu bekommen. Daher solltest Du unbedingt alles dokumentieren und Zeugen heranziehen.
Du weißt, dass Dein Chef Dich loswerden will
Dein Chef will Dich loswerden, hat aber keinen Kündigungsgrund? Außerdem hast Du Kündigungsschutz, was es ihm zusätzlich schwierig macht? Die Lösung: Du bietest ihm an, selbst zu kündigen, und im Gegenzug verspricht Dein Arbeitgeber, eine Abfindung zu zahlen.
5.
ALG I bekommen - trotz Eigenkündigung?
Das ALG I ist wie eine Versicherung, in die Du einzahlst. Sobald der Versicherungsfall - also die Arbeitslosigkeit - eintritt, wird Dir Geld vom Arbeitsamt ausgezahlt. Um das Geld sofort ab Tag eins zu bekommen, musst Du aber bestimmte Voraussetzungen erfüllen. Wenn Du selbst kündigst, kann es nämlich passieren, dass das Arbeitsamt Dir für die Anfangszeit bis zu drei Monaten kein Arbeitslosengeld zahlt. Das passiert, wenn Du ohne einen triftigen Grund kündigst.
Aber: Nicht jede Eigenkündigung führt zwingend zu einer Sperrzeit. Liegt ein wichtiger Grund für die Kündigung vor, dann bekommst Du keine Sperrzeit. Folgende Umstände können als “wichtiger Grund” gelten:
- schlechte Arbeitsbedingungen
- Mobbing
- Umzug wegen Eheschließung
- Dein Chef zahlt Deinen Lohn nicht aus
- Du hast Aussichten auf einen neuen Job, musst aber die Zeit überbrücken
- Du kannst aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr weiterarbeiten
Hier ist es hilfreich, wenn Du ärztliche Atteste, Gesprächsdokumentationen, schriftliche Aufzeichnungen, Lohnabrechnungen oder Kontoauszüge als Belege hast. Denn so kann die Arbeitsagentur prüfen, ob Du einen nachvollziehbaren Grund für die Kündigung hattest.
Fazit
Freiheit - Du hast Dich entschieden zu kündigen! Auch wenn Du es nicht mehr abwarten kannst, den Job zu verlassen, solltest Du bei der Kündigung sachlich und professionell bleiben. Beachte dafür die Punkte in diesem Artikel und Du bist gut aufgestellt. Mit diesen Voraussetzungen kannst Du selbstbewusst in den Bewerbungsprozess gehen - am besten direkt nach der Kündigung, oder nachdem Du Dich erholt hast. Wir von cleverklagen wünschen Dir das Beste und viel Erfolg! Wenn Du Fragen zu diesem Thema hast oder nach einer Beratung suchst, melde Dich gerne bei uns. Hier findest Du Hilfe!
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