Mobbing am Arbeitsplatz - so wehrst Du Dich! | cleverklagen
Ratgeber

Mobbing bei der Arbeit

Mobbing am Arbeitsplatz - so wehrst Du Dich!

Wenn Du die Kantine betrittst, wird nur noch getuschelt? Zu wichtigen Meetings lädt Dich keiner ein? Mobbing kann nicht nur Deinen Arbeitsalltag belasten, sondern sogar Deiner Gesundheit schaden.


Aber wie unterscheidet man eigentlich zwischen einer üblichen Meinungsverschiedenheit und gezielter Ausgrenzung? Und an wen kannst Du Dich wenden, wenn Du Hilfe brauchst? Wir geben Dir alle Antworten!

1.

Was ist eigentlich Mobbing?

Mobbing ist eine schlimme Form der Schikane. Wenn die Kollegen oder sogar Vorgesetzte sich gegen einen verschwören, kann das sogar gesundheitliche Folgen haben! Es reicht schon aus, wenn nur eine Person Dich mobbt und alle anderen wegsehen.


Aber Achtung: “Mobbing” ist ein Wort, das mittlerweile für sehr vieles verwendet wird. Manchmal auch, wenn es gar kein “Mobbing” ist. Wir erklären Dir, worauf es ankommt:

  • Mobbing ist es, wenn Du am Arbeitsplatz wiederholt schlecht behandelt, benachteiligt, systematisch schikaniert, beleidigt oder ignoriert wirst
  • Nicht nur kurzfristig, sondern über Wochen oder Monate
  • Es kann von Einzelnen oder Gruppen ausgehen
  • Wenn Du gemobbt wirst, werden Deine Kompetenzen oft in Frage gestellt. Du bekommst unfaire Kritik, sinnlose oder demütigende Aufgaben, wichtige Infos werden Dir vorenthalten oder Deine Arbeitsergebnisse werden manipuliert.


Da Mobbing in so vielen verschiedenen Formen daherkommen kann, ist es für Betroffene oft schwierig zu erkennen. Unten haben wir Dir eine Tabelle mit Beispielen gemacht, damit Du Deine Situation abgleichen kannst.

2.

Ist es Mobbing oder nicht? Ein paar Beispiele!

Ein Arbeitsumfeld kann ganz eigene Dynamiken haben. Ein bisschen wie in einer Familie! Da kommt es auch immer mal zu Konflikten und unterschiedlichen Meinungen. Dabei kann es schon mal passieren, dass jemand nicht die richtigen Worte findet, eine Tür zu heftig zuknallt oder ein Telefonat aus Ärger abrupt beendet.


Das ist zwar nicht ideal, aber es ist menschlich und zählt nicht zu Mobbing. Mobbing folgt einem bestimmten Muster und System, es zieht sich über einen langen Zeitraum hin und geschieht ohne einen direkten Anlass.


Hier haben wir eine Liste mit Beispielen vorbereitet:

Das ist MobbingDas ist kein Mobbing
Beleidigungen, Demütigungen, Kritik und Spott, die persönlich an Dich gerichtet sind. Das kann auch über Social Media sein!Unfreundliche Kollegen, die schlechte Laune haben und sich ein paar mal im Ton vergreifen
Ausgrenzung, Psychoterror, konsequentes Ignorieren – auch wenn Du Leute direkt ansprichst. Deine Kompetenz wird in Frage gestellt und Du bekommst unfaire Kritik.Wenn ein paar Kollegen und Kolleginnen eine private Whatsapp Gruppe haben, weil sie außerhalb der Arbeit befreundet sind, und sie Insider-Witze teilen, die nicht auf Dich abzielen.
Herabsetzung Deiner Arbeit oder systematische Unterforderung, wie wenn Dir immer wieder die langweiligste und nervigste Arbeit zugewiesen werden, obwohl Du früher bewiesen hast, dass Du mehr kannst.Konstruktive Kritik, damit Du Deine Arbeitsweise verbessern kannst, aber auch normale Kritik, die Kollegen und Dein Chef an Deiner Arbeit haben könnten.
Physische Gewalt, aber auch schon die Drohung mit Gewalt!Mal die Tür heftig zuschlagen, nach einer Diskussion oder den Telefonhörer aufknallen - Das ist zwar unangebrachtes Verhalten am Arbeitsplatz, aber kein Mobbing!

3.

Wie kann ich mich wehren? Die Vorfälle unbedingt aufschreiben!

Wenn Du gemobbt wirst, dann solltest Du Dich unbedingt wehren. Leider ignorieren viele das Problem erst einmal, anstatt aktiv zu werden.


Das ist nachvollziehbar, denn oft hängt viel vom Job ab! Die Vorstellung, sich mit einem Vorgesetzten oder einem Kollegen anzulegen, scheint fast unmöglich. Aber Du solltest Dich unbedingt zur Wehr setzen.


Es gibt paar einfache Strategien und Techniken, die Du anwenden kannst:

Führe ein Mobbing-Tagebuch

Die Notizen helfen nicht nur dabei, die systematische Art der Angriffe aufzudecken, sondern können in einer späteren juristischen Auseinandersetzung wichtig werden. Ein Mobbing Tagebuch ist eines der wichtigsten Beweismittel. Deswegen führe es akribisch. In Deinem Tagebuch solltest Du folgende Punkte festhalten:

  • Was genau ist passiert?
  • Datum und Uhrzeit
  • Wer war beteiligt?
  • Wo ist es passiert?
  • Die Absicht und das Ziel des Angriffs (zum Beispiel: Dich als Person, die Teamarbeit, Deine Selbstachtung, Dein Wohlbefinden, Dein soziales Ansehen, Deine Arbeit und Leistung)
  • Lässt sich ein spezifischer Anlass oder eine tiefere Ursache erkennen?
  • Welche Gefühle oder körperlichen/emotionalen Reaktionen hast Du erlebt? (Wut, Hilflosigkeit, erhöhter Blutdruck, Herzrasen...)
  • Wie hast Du auf den Vorfall reagiert?
  • Gibt es Zeugen oder Beweise? Wer hat Dir Unterstützung geboten?


Vermeide folgende Punkte:

  • Persönliche Bewertungen
  • Mutmaßungen oder Unterstellungen
  • Verallgemeinerung
  • Beleidigungen – außer Du gibst wieder mit welchen Worten Dein Gegenüber Dich beleidigt hat
Lass Dich nicht unterkriegen

Wenn Du am Arbeitsplatz von Kollegen oder Vorgesetzten diskriminiert oder schikaniert wirst, ist es wichtig, bis zu einem bestimmten Punkt Widerstand zu leisten. Mach vor allem in Gegenwart von Kollegen, die nicht beteiligt sind, auf das Verhalten aufmerksam und lass Dir Deine Arbeit nicht schlecht reden!

Bleib sachlich

Es ist wichtig, dass Du Dich in einer Mobbing-Situation nicht auf das Niveau der Mobber herablässt. Drücke stattdessen deutlich aus, was Dir nicht gefällt und wie Du Dich fühlst!

Hol Dritte dazu

Ob es ein Vorgesetzter oder der Betriebsrat ist – wenn Gespräche mit den mobbenden Kollegen keine Verbesserung bringen, dann scheue nicht, professionelle Mediation dazuzuholen!

4.

Wenn es nicht besser wird: Du kannst kündigen und Schadensersatz bekommen!

Wenn Du gemobbt wirst, und das in einem Mobbing-Tagebuch festgehalten hast, dann hast Du das Recht auf eine fristlose Kündigung. Normalerweise bedeutet eine fristlose Kündigung, dass Du von heute auf morgen kein Gehalt mehr bekommst. Im Falle von Mobbing kannst Du aber auf Schadenersatz klagen. Dann könnte Dir noch das Gehalt zustehen, dass Du bis zum Ende der Kündigungsfrist Deines Chefs bekommen hättest.

Beispiel

Anna wird von ihrem Chef (nachweislich) gemobbt. Am 15. August kündigt sie fristlos. Sie war vier Jahre bei ihrem Arbeitgeber beschäftigt. Die Kündigungsfrist für den Arbeitgeber hätte einen Monat zum Monatsende betragen und wäre dementsprechend am 30.September abgelaufen. Anna kann nach ihrer fristlosen Kündigung daher auf Schadenersatz klagen und den Lohn bis Ende September verlangen!

Sprich davor mit einem Anwalt. So kannst Du Dir sicher sein, dass Deine Erfahrung vor Gericht als Mobbing gilt.


Ein Gespräch mit einem Anwalt ist so oder so eine gute Idee: Als Mobbingopfer hast Du unter Umständen sogar Recht auf Schmerzensgeld! Dafür müssen aber andere Möglichkeiten der Wiedergutmachung nicht greifen. Bei der Festlegung der Summe dienen Art und Schwere der Mobbinghandlungen als Maßstab. Dabei spielt die Höhe Deines monatlichen Einkommens keine Rolle.

5.

Was ist, wenn mein Chef mich mobbt?

Am häufigsten findet Mobbing zwischen Kollegen statt. Aber es kann auch passieren, dass Du von Deinem Chef gemobbt wirst!


Dann fällt es noch schwerer, Dich zu wehren: Dein Chef steht immer über Dir. Und gerade weil die Machtverhältnisse so eindeutig sind, solltest Du nicht versuchen, das Problem allein zu lösen! Hol Dir Hilfe von Dritten. Ein Gespräch mit dem Personal- oder Betriebsrat ist besonders empfehlenswert. Du kannst Dich auch an Deine Gewerkschaft oder eine Mobbingberatungsstelle in Deiner Nähe wenden.


Vergiss nicht, Deine Erfahrungen in einem Mobbing-Tagebuch festzuhalten. So kannst Du bei einer möglichen juristischen Auseinandersetzung genau nachweisen, was passiert ist.

Fazit

Mobbing am Arbeitsplatz kann viele Formen annehmen und sich schwerwiegend auf Dein Wohlbefinden und Deine Gesundheit auswirken. Es ist wichtig, dass Du Dich wehrst und nicht schweigst. Führe ein akribisches Mobbing-Tagebuch, um Vorfälle festzuhalten. Zögere nicht, Unterstützung von Dritten zu suchen. Wenn die Situation unerträglich wird, hast Du das Recht, fristlos zu kündigen und sogar Schadensersatz zu fordern. Bleib sachlich und nimm professionelle Hilfe in Anspruch, um Deine Rechte zu wahren.


Dafür können wir von cleverklagen Dir helfen! Wir haben top Arbeitsrechtsanwälte. Und das Beste: Die Erstberatung ist kostenfrei!

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