Das Mutterschutzgesetz – Dein Überblick!

Das Wichtigste in Kürze
- Das Mutterschutzgesetz erleichtert Dir die Zeit während der Schwangerschaft und nach der Geburt. Diese Zeit nennt sich Mutterschutz.
- Ab sechs Wochen vor der Geburt musst Du nicht mehr arbeiten. Nach der Geburt darfst Du acht Wochen lang nicht arbeiten.
- Trotzdem wirst Du normal bezahlt.
- Dein Chef darf Dich nicht kündigen: Du hast besonderen Kündigungsschutz!
In diesem Ratgeber
1
Was ist das Mutterschutzgesetz?
2
Welche Vorteile hast Du vom Mutterschutz?
3
Vorteil Eins: Du wirst von der Arbeit freigestellt!
4
Vorteil Zwei: Du bekommst weiter Lohn!
5
Vorteil Drei: Ein gesunder Arbeitsplatz!
6
Vorteil Vier: Dein Chef darf Dir nicht kündigen!
7
Wie sagst Du Deinem Chef, dass Du schwanger bist?
8
Wie lange gilt der Mutterschutz?
Sobald Du schwanger bist, schützt Dich das Mutterschutzgesetz. Es ist dafür da, die Gesundheit und Sicherheit von Dir und Deinem Kind zu sichern. In der Zeit vor und nach der Geburt solltest Du so viel Ruhe wie möglich bekommen. Wir erzählen Dir alles, was Du über das Mutterschutzgesetz wissen musst!
1.
Was ist das Mutterschutzgesetz?
Das Mutterschutzgesetz schützt Dich und Dein Kind. Es gilt für alle schwangeren Personen, die fest angestellt sind. Damit Du die Vorteile des Gesetzes nutzen kannst, muss Dein Chef wissen, dass Du schwanger bist. Deswegen empfehlen wir Dir, ihn darüber zu informieren. Das Melden der Schwangerschaft ist aber keine Pflicht für Dich.
Wer fällt nicht unter das Mutterschutzgesetz?
Einige Angestellte fallen nicht unter das Mutterschutzgesetz: Beamte, Soldaten und Richter. Aber auch als Freiberuflerin oder Selbstständige genießt Du leider keinen gesetzlichen Mutterschutz. Wenn Du einen befristeten Vertrag hast, gilt der Mutterschutz nur solange, bis Dein Vertrag beendet ist.
2.
Welche Vorteile hast Du vom Mutterschutz?
Das Mutterschutzgesetz enthält mehrere Regelungen, die Dich unterstützen sollen. Es geht darum, dass Dein Arbeitsplatz sicher ist. Aber auch, dass Du keine finanziellen Sorgen haben musst. Wir erklären es Dir im Detail.
3.
Vorteil Eins: Du wirst von der Arbeit freigestellt!
Du wirst vor und nach der Geburt von der Arbeit freigestellt. “Freistellung” bedeutet, dass Du nicht arbeiten musst. Teils kannst Du Dir aussuchen, ob Du arbeiten möchtest – teils darfst Du nicht mehr arbeiten!
- Ab sechs Wochen vor dem geplanten Entbindungstermin musst Du nicht mehr arbeiten. Du kannst aber, wenn Du willst, weiterhin zur Arbeit kommen.
- Anders ist es nach der Geburt: Dann darfst Du acht Wochen lang nicht arbeiten, selbst wenn Du wolltest. Bekommst Du Zwillinge, kommt Dein Kind mit einer Behinderung zur Welt oder ist eine Frühgeburt, verlängert sich die Frist auf zwölf Wochen. Aber keine Sorge, Du bekommst trotzdem Lohn!
4.
Vorteil Zwei: Du bekommst weiter Lohn!
Ein schöner Vorteil: Du bekommst, auch wenn Du nicht arbeitest, weiter Lohn. Das gilt sechs Wochen vor und acht Wochen nach der Geburt. Die gesetzliche Krankenkasse und Dein Chef zahlen Dir gemeinsam weiter Dein Gehalt. Dabei zählt das durchschnittliche Nettogehalt der letzten drei Monate. Für dieses “Mutterschaftsgeld” musst Du einen Antrag bei Deiner Krankenkasse und Deinem Chef stellen.
Hinweis
Wenn Du mit Beginn der Mutterschutzfrist nicht bei einer gesetzlichen Krankenkasse versichert bist, kannst Du Mutterschaftsgeld beim Bundesamt für Soziale Sicherung beantragen. Das Bundesamt zahlt den Betrag 210€ einmalig aus.
5.
Vorteil Drei: Ein gesunder Arbeitsplatz!
Dein Chef muss Deinen Arbeitsplatz so einrichten, dass er für Dich und Dein Kind keine Gefahr darstellt. Er muss also Änderungen durchsetzen, damit Du sicher bist. Zu den möglichen Änderungen gehören :
angepasste Arbeitszeiten
Du darfst nachts (zwischen 20-6 Uhr) nicht arbeiten. Außerdem nicht an Sonn- und Feiertagen. Und Überstunden sind auch nicht mehr erlaubt. Täglich darfst Du maximal 8.30h arbeiten.
andere Aufgaben
damit Du keine gefährlichen Tätigkeiten übernimmst Beispiel: Wenn Du normalerweise starke körperliche Arbeit verrichtest, musst Du die Möglichkeit haben, Dich regelmäßig auszuruhen. Alternativ könntest Du für die Zeit eine weniger anstrengende Position besetzen.
Dafür musst Du mit Deinem Chef zusammen einen Plan erstellen, welche Dinge geändert werden müssen. Du kannst Dir zum Beispiel ein ärztliches Attest holen, in dem aufgelistet wird, welche Aufgaben Du erstmal nicht mehr übernehmen kannst.
6.
Vorteil Vier: Dein Chef darf Dir nicht kündigen!
Ab dem Tag, an dem Du von Deiner Schwangerschaft weißt, hast Du besonderen Kündigungsschutz. Das bedeutet: Dein Chef kann Dir nicht kündigen. Selbst, wenn Du Dich vom Job freistellen lässt, oder wegen der Schwangerschaft vielleicht etwas langsamer arbeitest. Der Kündigungsschutz geht bis vier Monate nach der Geburt. Damit der Kündigungsschutz gilt, musst Du Deinen Chef über die Schwangerschaft informieren.
Falls Dein Chef sich erdreisten sollte, Dir trotz Schwangerschaft zu kündigen, schalte einen Anwalt ein. Wir helfen Dir, Deinen Job zurückzubekommen. Oder falls Dir das lieber ist: eine richtig saftige Abfindung zu verhandeln. Vereinbare hier einen kostenfreien Rückruf durch einen unserer Partneranwälte. Wenn Du weitere Fragen hast, lies den Beitrag zum Kündigungsschutz bei Schwangerschaft.
7.
Wie sagst Du Deinem Chef, dass Du schwanger bist?
Bitte Deinen Chef um ein persönliches Gespräch, in dem Du ihm die Neuigkeiten erzählst. Alternativ kannst Du zur Personalabteilung gehen. Zu dem Gespräch bringst Du am besten den Mutterpass Deiner Frauenärztin mit, manche Arbeitgeber wollen eine ärztliche Bestätigung sehen. Außerdem kannst Du im Gespräch direkt das voraussichtliche Geburtsdatum mitteilen. Wir haben zu diesem Thema auch einen ausführlichen Artikel geschrieben. Schau gerne mal rein!
8.
Wie lange gilt der Mutterschutz?
Der Mutterschutz beginnt sechs Wochen vor dem geplanten Geburtstermin und endet normalerweise acht Wochen nach der Geburt. Bei Früh- oder Mehrlingsgeburten verlängert sich der Schutz auf zwölf Wochen nach der Geburt.
Fazit
Als werdende Mutter hast Du viel um die Ohren. Lauter Sachen, um die Du Dich kümmern musst. Das Mutterschutzgesetz nimmt Dir einen Teil der Last von den Schultern und schützt Dich im Berufsleben. cleverklagen wünscht Dir alles Gute für die Zukunft! Falls Dein Arbeitgeber Dir Probleme macht und Du Dir Unterstützung von einem erfahrenen Anwalt suchst, dann melde Dich hier für einen kostenfreien Rückruf an.
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