Wie lang ist die Kündigungsfrist?

Das Wichtigste in Kürze
- Wenn Dein Chef kündigt: Die Frist liegt zwischen zwei Wochen und sieben Monaten. Sie ist abhängig davon, wie lange Du schon im Betrieb arbeitest. Je länger, desto länger wird die Frist.
- Wenn Du selbst kündigst: Die Frist beträgt mindestens vier Wochen zum 15. oder zum Ende des Monats. In Deinem Arbeitsvertrag kann aber auch eine längere Frist vereinbart sein.
In diesem Ratgeber
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Chef kündigt: Wie lange ist die Kündigungsfrist?
2
Selbst kündigen? So lange ist Deine Kündigungsfrist!
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Dein Chef hat die Kündigungsfrist nicht eingehalten - was nun?
Einfach kündigen und gehen? Das ist leider nicht möglich! Du und Dein Chef müssen die Kündigungsfrist einhalten. Was heißt das für Dich? Wie lange musst Du noch durchhalten, nachdem Du gekündigt hast? Was ist, wenn Dein Chef Dir gekündigt hat? In unserem Artikel findest Du Antworten auf alle Deine Fragen.
1.
Chef kündigt: Wie lange ist die Kündigungsfrist?
Die Dauer der Kündigungsfrist ist davon abhängig, wie lange Du schon im Betrieb arbeitest und was in Deinem Arbeitsvertrag steht. Grundsätzlich: Je länger Du schon angestellt bist, desto länger ist auch Deine Kündigungsfrist.
So findest Du raus, wie lange Deine Frist ist:
-
Schau in die Tabelle für die gesetzlichen Mindestfristen. Dort steht, wie lange Deine Mindestfrist ist. Sie zwischen zwei Wochen und sieben Monaten betragen!
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Schau in Deinen Arbeitsvertrag. Welche Frist steht da drin? Diese gilt, solange sie nicht kürzer als die gesetzliche Frist (vier Wochen) ist!
- Steht in Deinem Vertrag nichts drin? Dann gilt für Dich die gesetzliche Frist von vier Wochen.
- Im Vertrag steht eine Frist? Dann prüfe, ob die Frist auch korrekt gesetzt wurde: Die Frist im Vertrag darf nicht kürzer sein als vier Wochen! Wenn in deinem Vertrag eine längere Frist steht als 4 Wochen, dann ist das grundsätzlich erlaubt. Ausnahme: Wenn Deine Frist länger ist als die Frist, die Dein Chef bei seiner Kündigung einhalten muss, ist die Regelung ungültig. Deine Frist darf also nie länger sein, als die von Deinem Chef.
-
Prüfe, “zu wann” Dir gekündigt werden darf. Zum Ende des Monats? Zur Mitte des Monats? Lies dazu gerne in diesem Absatz hier weiter.
“Bis zum Monatsende”, “Vier Wochen bis zum 15.” etc.: Was steckt dahinter?
Die Formulierungen in Arbeitsverträgen sind kompliziert. Deswegen haben wir Dir jeweils einen eigenen Artikel geschrieben. Check in Deinem Arbeitsvertrag, welche Formulierung dort steht, und such Dir den entsprechenden Artikel aus:
Die gesetzliche Kündigungsfrist
Die gesetzliche Kündigungsfrist ist das “Mindestmaß”. Sie ist vom Gesetz vorgegeben. Die gesetzliche Kündigungsfrist darf nicht unterschritten werden. Wenn Dein Chef eine kürzere Frist in Deinen Arbeitsvertrag geschrieben haben sollte - die ist nicht gültig!
Für Deinen Chef gelten folgende Fristen:
Betriebszugehörigkeit | Kündigungsfrist |
---|---|
Weniger als 2 Jahre | 4 Wochen zum 15. oder Monatsende |
Ab 2 Jahren | 1 Monat zum Monatsende |
Ab 5 Jahren | 2 Monate zum Monatsende |
Ab 8 Jahren | 3 Monate zum Monatsende |
Ab 10 Jahren | 4 Monate zum Monatsende |
Ab 12 Jahren | 5 Monate zum Monatsende |
Ab 15 Jahren | 6 Monate zum Monatsende |
Ab 20 Jahren | 7 Monate zum Monatsende |
In unserem Artikel über die gesetzlichen Kündigungsfristen kannst Du noch detaillierte Informationen nachlesen.
Die Kündigungsfrist in Deinem Arbeitsvertrag!
Nachdem Du die gesetzlichen Fristen kennst, solltest Du in Deinen Arbeitsvertrag reinschauen. Wenn dort eine Frist steht, dann gilt diese! Aber nur, wenn diese gleich lang oder länger als die gesetzliche Kündigungsfrist ist. Sollte sie das nicht sein, ist sie ungültig! Bei Tarifverträgen gelten die tarifvertraglichen Fristen. Alles, was du zum Tarifvertrag und Kündigung wissen musst, findest Du in unserem Artikel zur Kündigung von Arbeitern im öffentlichen Dienst.
Beispiel
Jörn ist Dachdecker und arbeitet seit sechs Jahren in seinem Betrieb. Sein Chef kündigt ihm, da die Auftragslage angeblich zu schlecht sei. In Jörns Vertrag steht, dass er einen Monat Kündigungsfrist hat. Das unterschreitet aber die gesetzliche Kündigungsfrist! Die liegt bei sechs Jahren Betriebszugehörigkeit bei zwei Monaten. Jörn kann noch zwei Monate Gehalt bekommen und sich in Ruhe nach einem neuen Job umschauen.
2.
Selbst kündigen? So lange ist Deine Kündigungsfrist!
Wenn Du selbst kündigen willst, gelten andere Fristen als für Deinen Chef. So findest Du raus, wie lange Deine Frist ist:
- Die gesetzliche Mindestfrist beträgt vier Wochen. Achtung: Während der Probezeit ist die Kündigungsfrist kürzer.
- Schau in Deinen Arbeitsvertrag. Welche Frist steht da drin? Diese gilt, solange sie nicht kürzer als die gesetzliche Frist (vier Wochen) ist!
- Steht in Deinem Vertrag nichts drin? Dann gilt für Dich die gesetzliche Frist von vier Wochen.
- Im Vertrag steht eine Frist? Dann prüfe, ob die Frist auch korrekt gesetzt wurde: Die Frist im Vertrag darf nicht kürzer sein als vier Wochen! Wenn Dein Chef eine kürzere Frist angesetzt hat, ist diese Frist ungültig! Die Frist, die Dein Chef einhalten muss, darf nicht kürzer sein, als die Frist, die Du einhalten musst. Wenn das im Vertrag steht, ist es ungültig. Dann solltest Du Dich bei einem Anwalt melden.
- Prüfe, zu wann Du kündigen darfst. Zum Ende des Monats? Zur Mitte des Monats? Lies dazu gerne hier weiter:
“Bis zum Monatsende”, “Vier Wochen bis zum 15.” etc.: Wann muss ich kündigen?
Die Formulierungen in Arbeitsverträgen sind schwierig. Wir haben Artikel vorbereitet, die Dir die Unterschiede erklären. Du findest sie hier:
3.
Dein Chef hat die Kündigungsfrist nicht eingehalten - was nun?
Hol Dir einen Anwalt an Deine Seite. Oft reicht schon ein Brief – und Du bekommst die Bezahlung, die Dir bis zum Ende der Kündigungsfrist zusteht. Gemeinsam könnt ihr auch überlegen, ob eine Kündigungsschutzklage sinnvoll ist – wer weiß, vielleicht ist sogar eine Abfindung für Dich drin!
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Hast Du Fragen? Meld Dich bei uns! Wir beraten Dich gerne zu Deiner individuellen Situation - kostenfrei! Wir erklären Dir gerne alles Wissenswerte, damit Du die bestmögliche Entscheidung treffen kannst.
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