Der Minijob – Was Du wissen solltest!

Das Wichtigste in Kürze
- Ein Minijob ist, wenn Du höchstens 556 Euro pro Monat verdienst. Im Jahr 2024 waren es noch 538 Euro pro Monat.
- Du kannst sogar mehrere Jobs haben, solange Du nicht über 556 Euro pro Monat kommst.
- Minijobs tragen zur Rentenversicherung bei, wenn auch nur sehr wenig. Du kannst Dich von der Zahlung in die Rentenkasse auch befreien lassen.
- Du musst keine Beiträge für Kranken-, Arbeitslosen- oder Pflegeversicherung zahlen.
- Für Deine Krankenversicherung musst Du selbst sorgen!
- Rechtlich gesehen hast Du als Minijobber die gleichen Rechte wie Vollzeitbeschäftigte. Das bedeutet, Du hast Anspruch auf Urlaub und bezahlte Krankheitstage.
In diesem Ratgeber
1
Was macht einen Minijob aus?
2
Ist ein Minijob steuerfrei?
3
Welche Abgaben fallen bei einem Minijob an?
4
Welche Rechte habe ich als Minijobber?
5
Kann ich mehrere Minijobs haben?
6
Minijob als Nebenjob
Ein Minijob kann eine tolle Möglichkeit sein, etwas extra Geld zu verdienen. Wichtig ist, dass Du monatlich nicht mehr als 538 Euro verdienst. Musst Du aber Steuern zahlen? Und hast Du als Minijobber die gleichen Rechte wie andere Arbeitnehmer?
1.
Was macht einen Minijob aus?
In Deutschland haben etwa sieben Millionen Menschen einen Minijob. Bei einem Minijob darfst Du nicht mehr als 556 Euro im Monat verdienen. Der Betrag wurde 2025 angehoben. 2024 durftest Du nur 538 Euro im Monat verdienen.
Wie viele Stunden Du dafür arbeiten darfst, hängt von Deinem Stundenlohn ab. Es gilt auch bei Minijobs den gesetzliche Mindestlohn. Dieser beträgt seit 2025 12,82 Euro. 2024 waren es 12,41 Euro.
Übrigens
Bis Ende Oktober 2022 nannte man den Minijob “450-Euro-Job”, und bis Ende 2023 “520-Euro-Job”. Die Verdienstgrenze wurde immer wieder angehoben.
2.
Ist ein Minijob steuerfrei?
Minijobs sind grundsätzlich steuerpflichtig, aber meistens entscheiden Arbeitgeber sich dazu, die Pauschalsteuer von 2% zu übernehmen. Wenn Dein Chef die Steuer übernimmt, musst Du den Minijob nicht in Deiner Steuererklärung angeben. Dafür gibst Du Deinem Chef nur Deine Steueridentifikationsnummer sowie Dein Geburtsdatum. Die Steuern werden von der Minijob-Zentrale berechnet und eingezogen.
Dein Chef kann aber auch im Arbeitsvertrag festlegen, dass Du die Pauschalsteuer selbst zahlen musst.
3.
Welche Abgaben fallen bei einem Minijob an?
Auch Minijobber sind rentenversicherungspflichtig.Du zahlst aber nicht den vollen Beitrag, sondern nur einen reduzierten Betrag von 3,6 Prozent Den Rest übernimmt Dein Chef! Wenn Du darauf keine Lust hast, kannst Du Dich auch von der Rentenversicherungspflicht befreien lassen. Dann zahlst Du keine Abgaben, sammelst aber auch keine Rentenpunkte.
Beispielrechnung: Wenn Du monatlich 556 Euro verdienst, werden 20,02 Euro für die Rentenversicherung abgezogen. Es landen also 535,98 Euro auf Deinem Konto.
Hier sind ein paar Dinge, die Du beachten solltest:
- In der Rentenversicherung bist Du pflichtversichert.
- Wenn Du möchtest, kannst Du einen Antrag stellen, um Dich von dieser Rentenversicherungspflicht befreien zu lassen. Das kannst Du, indem Du einen schriftlichen Antrag bei Deinem Chef einreichst. Der leitet dann eine Mitteilung an die Minijob-Zentrale weiter. Wenn diese nicht innerhalb eines Monats widerspricht, gilt der Antrag als genehmigt.
- Mit einem Minijob hast Du im Alter oft nur geringe Rentenansprüche, da die Beiträge entsprechend der geringen Arbeitszeit niedrig sind. Wenn Du während Deiner gesamten Erwerbszeit nur Minijobs ausübst und Dich von der Rentenversicherung befreien lässt, hast Du am Ende keine Rentenansprüche! Das solltest Du unbedingt vermeiden, um nicht in die Altersarmut abzurutschen.
- Auch wenn Dir jetzt gerade die Rente weit weg erscheint, kommt sie früher als gedacht, und der Minijob ist dafür bares Geld. Außerdem kannst Du nicht zu einem späteren Zeitpunkt mit dem gleichen Minijob zu einer gesetzlichen Rentenversicherung zurückkehren!
- Als Minijobber musst Du Dich selbst um eine Krankenversicherung kümmern, da Du nicht in die gesetzliche Krankenversicherung einzahlst. Das Gleiche gilt für die Pflegeversicherung.
- Du zahlst keine Beiträge zur Arbeitslosenversicherung, hast also auch keinen Anspruch auf Arbeitslosengeld. Du bekommst dann direkt Bürgergeld.
Hinweis
“Sozialabgaben” sind Geld, das Du in Versicherungen einzahlst. Dazu gehören die Kranken-, Pflege- Renten- und Arbeitslosenversicherung.
4.
Welche Rechte habe ich als Minijobber?
Als Minijobber hast Du grundsätzlich die gleichen Rechte wie Vollzeitbeschäftigte im Arbeitsrecht. Dazu gehören:
- Kündigungsschutz
- Anspruch auf bezahlten Urlaub
- Gehalt während Krankheit (bis zu sechs Wochen)
- Bezahlter Freizeitausgleich, wenn Du Dich um Dein krankes Kind kümmern musst
- Zuschläge für Arbeit an Sonn- und Feiertagen
- Mutterschaftsgeld
- Arbeitszeugnis
- Gesetzliche Unfallversicherung bei einem Arbeits- oder Wegeunfall
- Besonderer Schutz für Schwangere, junge Mütter und Menschen mit schwerer Behinderung
Wenn Dein Chef Dir Deine Rechte verwehrt, melde Dich bei uns von cleverklagen! In einem kostenfreien Beratungsgespräch hören wir uns Deine Probleme an und erstellen eine Strategie, um Deine Wünsche durchzusetzen.
5.
Kann ich mehrere Minijobs haben?
Wenn Du mehrere Minijobs bei verschiedenen Arbeitgebern hast, werden Deine Einkünfte zusammengerechnet. Wenn Dein Gesamteinkommen 556 Euro übersteigt, musst Du für alle Deine geringfügigen Beschäftigungen Kranken-, Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung zahlen.
6.
Minijob als Nebenjob
Wenn Du einen Minijob als Nebenjob hast, bleibt dieser von der Sozialversicherung befreit. Aber sobald Du einen weiteren Minijob annimmst, also zwei neben Deiner Hauptanstellung, unterliegt der zweite der Sozialversicherungspflicht.
Minijob als Nebenjob beim selben Arbeitgeber
Wenn Du mehrere Jobs bei demselben Arbeitgeber hast, gelten sie sozialversicherungsrechtlich als eine Einheit, unabhängig von der Art der Arbeit. In diesem Fall unterliegst Du auch mit Deinem Minijob der Sozialversicherungspflicht. Es sei denn, Du arbeitest für eine Tochtergesellschaft Deines Chefs.
Hinweis
Wenn Du zusätzlich zu Deinem regulären Job einen Minijob haben möchtest, benötigst Du die Zustimmung Deines Hauptarbeitgebers.
Fazit
Jetzt kennst Du den Minijob. Es kann eine gute Möglichkeit sein, unkompliziert etwas extra Geld zu verdienen. Wenn Dein Chef Dich unfair behandelt, denk daran: Du Rechte, die gesetzlich geschützt sind! Wenn Du Hilfe brauchst, lass es uns wissen. Wir stehen Dir gerne zur Verfügung, um Deine Minijob-Reise zu unterstützen!
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